Durch die Zerschlagung von USAID, drastische Budgetkürzungen traditioneller Geber und den globalen Aufstieg populistischer Kräfte gerät die humanitäre Hilfe zunehmend unter Druck. Der daraus resultierende disruptive Wandel des humanitären Systems und seiner Akteure eröffnet zugleich Spielräume für Veränderung. Als humanitärer Think Tank begleitet das CHA diesen Umbruch aus policy- und praxisorientierter Perspektive– und bringt neue Ideen und Impulse ein.
Konzeptioneller Rahmen ist dabei die „Kontestation“ (engl. „contestation“), die eine anhaltende Auseinandersetzung mit dominanten Ideen, Institutionen und Praktiken beschreibt und erfasst, wie verschiedene Akteure bestehende normative Ordnungen entweder verteidigen oder herausfordern. Wir wenden diese Perspektive auf den humanitären Sektor an und betrachten akteursgetriebene Transformationen, institutionelle Verschiebungen und normative Neuordnungen. „Contestation“ ist dabei Leitmotiv und Querschnittsthema des Arbeitsplans 2025-2027, der sich unter dem Megathema „Contested Aid / Umstrittene Hilfe“ auf drei miteinander verbundene Schwerpunktbereiche konzentriert: Machtverschiebungen, Politisierung und Priorisierung.
Wir wollen Antworten finden auf die Fragen:
- Aid Antagonists: Wie positionieren sich humanitäre Akteure angesichts populistischer, die internationale Hilfe delegitimierender öffentlicher und politischer Angriffe? Gehen antagonistische Veränderungen in Geberstaaten mit wachsendem Wettbewerb oder neuer Kooperationsdynamik unter humanitären Akteuren einher? Welche Strategien kollektiven Handelns erweisen sich als tragfähig – und welche Bedeutung kommt dabei gemeinschaftlichen Führungsansätzen zu?
- Donor Accountability: Wie lässt sich ein angemessenes humanitäres Engagement von Geberregierungen definieren und begründen? Was sind Ansätze für evidenz-basierte “fair share” Modelle für öffentliche humanitäre Budgets? Was sind Kriterien und Modelle für Priorisierungsprozesse in Zeiten sinkender Mittel auf Basis der humanitären Prinzipien versus geopolitischer Prioritäten?
- Towards Local Leadership: Inwieweit ermöglichen und verankern intermediäre Finanzierungsmechanismen wie Pooled Funds Local Leadership? Wie kann oder sollte lokale Führungskompetenz in solchen Mechanismen aussehen? Welche Auswirkungen haben intermediäre Mechanismen, die darauf abzielen, lokale Führungskompetenzen strukturell zu verankern, auf das humanitäre System insgesamt? Tragen sie zur Transformation des Systems bei oder zu seiner Fragmentierung?
Ansprechpartner*in: Sonja Hövelmann, Ralf Südhoff & Goda Milašiūtė
CHA Konferenz 2026
25.11.2026 00:00 - 23:59Save the date: Die CHA Konferenz findet dieses Jahr am 25. und 26 November 2026 im Publix in Berlin Neukölln statt.
Out of the box zur MSC 2026: Neue deutsche Sicherheitspolitik – Militärisch? Vernetzt? Humanitär?
10.02.2026 13:00 - 14:15Im Vorlauf zur MSC 2026 diskutieren wir mit Akteur*innen aus der Bundeswehr und der sicherheitspolitischen Forschung, aus Zivilgesellschaft, Politik und Hilfsorganisationen über die Zukunft der deutschen Sicherheitspolitik.
CHAtroom #25: Contested Aid mit Jan Egeland
12.12.2025In dieser Folge unserer neuen Serie zum Thema „Contested Aid” spricht Ralf Südhoff mit Jan Egeland, NRC-Generalsekretär und fragt ihn: Stehen wir wirklich vor einer neuen Ära umstrittener Hilfe?
Das Versanden des Humanitarian Reset
16.10.2025CHAtroom #24: Contested Aid mit Sema Genel Karaosmanoğlu
19.09.2025Dr. Sema Karaosmanoğlu ist unser erster Gast in unserer neuen Serie zum Thema „Contested Aid”. Ralf Südhoff spricht mit ihr über den Humanitarian Reset und die Chancen, aber auch mögliche Grenzen eines wirklich lokal geführten humanitären Systems.
#CHA25 Konferenzrückblick
04.07.2025Vom 25.06.2025 – 26.06.2025 widmete sich das CHA in seiner Jahreskonferenz dem Thema „Contested Aid – Power Shifts, Politicisation and Prioritisation“. Hier finden Sie alle Videos der Panels an Tag 1.





