Triple Nexus: Eine Geberdynamik? Ein Eventrückblick.2020-03-19T12:56:05+02:00

Triple Nexus: Eine Geberdynamik? Ein Eventrückblick.

Der Humanitarian-Development-Peace Nexus (oder Triple Nexus) wird oft als eine von Gebern angetriebene Dynamik wahrgenommen. Deshalb widmete sich das CHA nach seinen beiden Veranstaltungen Nexus in der Praxis und Contested Triple Nexus –  Beispiele aus Mali diesmal der Rolle von Finanzierung und Gebern bei der Gestaltung der Debatte und der Praxis des Triple Nexus. Der Roundtable, der am 10. März 2020 in den Räumlichkeiten des CHA stattfand, brachte Vertreter*innen von entscheidenden Hilfs- und Entwicklungsorganisationen zusammen. Herausforderungen und Konsequenzen eines unter deutschen und EU-Gebern zunehmenden Triple-Nexus-Engagements wurden ausgelotet.

Zunächst stellte Celia Cranfield, Senior Advocacy Office beim NGO-Dachverband Voluntary Organisations in Cooperation in Emergencies (VOICE) die erst kürzlich erschienene Studie NGO Perspectives on the EU’s Humanitarian-Development-Peace Nexus vor. Celia Cranfield betonte, dass das Engagement der EU im Triple Nexus insbesondere der Geber ECHO (humanitäre Hilfe) und DEVCO (Entwicklungszusammenarbeit) aus der Resilienz-Initiative stammt. Sie kommt zu einer gemischten Bilanz, ob der Triple Nexus eine von Gebern getriebene Agenda ist. Aus ihrer Sicht tun Geber noch zu wenig, um Finanzierungsmodalitäten bereitzustellen, die Triple Nexus Ansätze inzentiveren. Fabian Böckler stellte hierzu das Plan International Regionalprogramm für die Tschad-See-Region vor, welches den Triple Nexus Ansatz verfolgt und mittels fünfundzwanzig unterschiedlicher Geber finanziert wird. 

Nicht alle Panelist*innen teilten die Einschätzung, dass der Triple Nexus eine Geberagenda ist. Die Beweggründe – an Krisenursachen zu arbeiten und Bedarfe besser zu koordinieren –  seien auch ein Anliegen der zivilgesellschaftlichen humanitären Organisationen, so ihre Einschätzung.

Vertreter*innen der Ministerien Auswärtiges Amt (AA) und Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) gaben Einblick in ihre Sicht auf den Nexus. Sie berichteten von neuen Instrumentarien wie dem Chapeau Ansatz, um eine bessere Verknüpfung von humanitärer Hilfe und Entwicklungszusammenarbeit zu ermöglichen. Auch neue Strukturen, Strategien und Pilotinitiativen wurden besprochen, die eine Zusammenarbeit im Triple Nexus verbessern sollen.

Panelist*innen:

  • Celia Cranfield (Senior Advocacy Officer, VOICE)
  • Bodo von Borries (Bereichsleiter Humanitäre Hilfe, VENRO)
  • Wolfgang Bindseil (Leiter des Referats S09, Humanitäre Hilfe, Umsetzung und regionale Gestaltung, Auswärtiges Amt)
  • Dr. Ralf Schröder (Leiter des Referats Übergangshilfe, Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung)

Die Veranstaltung fand unter Chatham House Rule statt. Details der Veranstaltungen können deshalb nicht publik gemacht werden.