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Allein nach dem Maß der Not? Datenerhebung, Unparteilichkeit und Lokalisierung humanitärer Hilfe2020-09-15T13:48:11+02:00

Allein nach dem Maß der Not? Datenerhebung, Unparteilichkeit und Lokalisierung humanitärer Hilfe

Datum: 24.09.2020
Uhrzeit: 15:00 - 16:30
Ort: online

Das Centre for Humanitarian Action (CHA) und der Exzellenzcluster Africa Multiple laden Sie ein zu einer virtuellen Diskussion am Runden Tisch ein:

Humanitarian Reflections – Forschung trifft Praxis

Allein nach dem Maß der Not? Datenerhebung, Unparteilichkeit und Lokalisierung humanitärer Hilfe

Referent*innen:

  • Prof. Dr. Joël Glasman, Universität Bayreuth
  • Corinna Kreidler, Advisor Food Security and Cash Assistance, Foreign Commonwealth and Development Office (FCDO) (former DFID)
  • Claudia Ah Poe, Head of Needs Assessment and Targeting Unit, World Food Programme Rom

Moderation: Sonja Hövelmann, Centre for Humanitarian Action

Nach dem Prinzip der Unparteilichkeit sollten Organisationen humanitäre Hilfe allein nach dem Maß der Not leisten. Die Ermittlung von Bedarfen ist daher eine Voraussetzung für die Hilfe. Datenerhebung und Quantifizierung bilden die Grundlage für eine unparteiische und unvoreingenommene Entscheidungsfindung. Große Organisationen etwa sammeln riesige Datensätze, die oft mit Hilfe von Algorithmen analysiert werden, um festzustellen, wo die Bedarfe am größten sind. Gleichzeitig sind die damit verbundene Rechenschaftspflicht und die Effizienz der humanitären Hilfe in Zeiten steigender Bedürfnisse und überlasteter Hilfsbudgets zu Schlüsselthemen der internationalen Debatte geworden.

Die Forderung nach einer verstärkten Lokalisierung und mehr Rechenschaftspflicht für die betroffene Bevölkerung wirft ernsthafte Bedenken hinsichtlich weltweit gültiger Standards auf. Sollte es universelle Standards geben, wie sie zum Beispiel durch “Sphere” festgelegt werden oder brauchen wir eine Hinwendung zu kulturell angepassten, lokalen Standards? Sollte jede Person, die auf dem Land oder in der Stadt, in Al-Hol oder in Kakuma lebt, an die gleichen Grundsbedürfnisstandards gebunden sein? Und wie können Geber entscheiden, wohin sie ihre Mittel geben, wenn es keine gemeinsame Basis gibt, um die größten Bedarfe zu ermitteln?

Wir freuen uns Joël Glasman, Corinna Kreidler und Claudia Ah Poe willkommen zu heißen, um diese Dilemmata zu diskutieren und ihre jeweiligen Sichtweisen aus Wissenschaft und Praxis einzubringen. Wir freuen uns wenn Teilnehmende ihre Kommentare und Fragen in die Diskussion einbringen.

Empfehlungen zur Lektüre:

  • Quack, Martin (ed.), Based on Need Alone? Impartiality in Humanitarian Action. CHA, 2018.
  • Glasman, Joël, Minimal Humanity. Humanitarianism and the Quantification of Human Needs. Routledge Humanitarian Series 2020.
  • The Sphere Project, The Sphere Handbook. Humanitarian Charter and Minimum Standards in Humanitarian Response. 2018.

Bitte melden Sie sich hier für die Veranstaltung an.

Bitte beachten Sie, dass die Veranstaltung in englischer Sprache stattfinden wird. Fragen können bei Bedarf aber auch auf Deutsch gestellt werden.